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Wie kann man Korrosion in der Fertigung vermeiden?

Korrosion tritt oft unerwartet auf – und die Folgen sind gravierend. Sie verpacken Ihr einwandfreies Produkt, doch bereits beim Öffnen des Pakets durch den Kunden hat es “Roststellen”. Es kommt zu teuren Nacharbeiten, Ausschuss oder Reklamationen. Kennen Sie diese Probleme und wissen nicht, wie Sie dem entgegenwirken können? Wir erklären Ihnen, wie Korrosion entsteht und was Sie tun können, um Ihre Fertigung vor diesem Problem zu schützen.
 

Anja Veit  //  31. März 2026

Was ist Korrosion in der zerspanenden Fertigung?

Die DIN EN ISO 8044 versteht unter dem Begriff Korrosion eine „Reaktion eines metallischen Werkstoffs mit seiner Umgebung.“ Korrosion ist also eine meist elektrochemische Reaktion von Bauteil und Umgebung. Sie bewirkt sowohl Veränderungen des Werkstoffs als auch Beeinträchtigungen von Bauteilfunktion oder des ganzen Systems.

Im Bereich der Metallverarbeitung kann Bauteilkorrosion an zwei Stellen entstehen:

  • im Fertigungsprozess 
  • im Nachgang bei Lagerung und Transport

Im Fertigungsprozess können folgende Ursachen für Korrosion vorliegen:

  • falsche KSS-Konzentration
  • niedriger pH-Wert
  • erhöhte Leitfähigkeit des verwendeten Wassers 
  • Fremdölanteil / Leckagen
  • lange Stillstandzeiten der Maschine
  • schlechte Filtration
  • unzureichendes Spülen/Trocknen nach Bearbeitung
  • Späneablagerungen als Korrosionsherd

Korrosionsherde, die sich erst nach der Fertigung bemerkbar machen sind vor allem Restfeuchte in Bohrungen, Kapillareffekte und Rückstände von KSS oder Reinigungsmedien.

Die Ursachen sind vielfältig – entscheidend ist jedoch, dass das Bauteil in direkten Kontakt kommt mit Feuchtigkeit oder Chemikalien, die den Werkstoff verändern. 
 

Welche Folgen hat Korrosion für Bauteil und Fertigung?

Korrosion verändert zum einen den Werkstoff des Bauteils selbst. Die bekannteste Korrosionserscheinung ist der klassische “Rost”. Auf den ersten Blick sind das unschöne Farbveränderungen. Doch Korrosion ist nicht nur ein optischer Makel, sie verändert auch die Werkstoffeigenschaften und kann daher auch zur Beeinträchtigung der Funktion führen. Das hat häufig Schäden eines ganzen Systems zur Folge.

Für die Hersteller führt spät auftretende Korrosion zu Nacharbeiten, Ausschuss oder Kundenreklamationen. Sollte die Korrosion kein Einzelfall, sondern ein Problem im Fertigungsprozess sein, ist die schlimmste Folge ein kompletter Produktionsstillstand und Einschränkungen bei der Export-Möglichkeit, aufgrund von langen Transport- und Lagerzeiten.

Bauteilkorrosion ist also ein wichtiges Signal, das ein sofortiges Handeln erfordert.

 

Wie kann ich Korrosion am Bauteil und in der Fertigung vermeiden?

Um der Problematik der Bauteilkorrosion in der zerspanenden Fertigung vorzubeugen, gibt es einige grundlegende Punkte, die geprüft werden können:

Prozess/Produkt

  • Qualität des verwendeten KSS-Produkts
  • KSS-Pflege und Management (Konzentration, pH-Wert, etc.)
  • Entsalzung des Wassers (VE-Wasser)
  • Analyse der Prozesse (Leckagen, mangelnde Teilereinigung, Filtration, etc.) 

Eine gutes Management der verwendeten Fluide bietet ein stabiles Fundament gegen Korrosion an Bauteil und Werkzeugen.

Schutzmaßnahmen

Bleiben die Probleme dennoch weiterhin bestehen, gibt es zwei Arten des Korrosionsschutzes:

  • Aktiver Schutz
  • Passiver Schutz

Aktiver Schutz
Aktiver Korrosionsschutz erfordert keine vollständige Abschirmung vom Werkstoff zum Korrosionsmedium. Ein Variante dieses Schutzes sind Inhibitoren. Diese, dem Kühlschmierstoff zugesetzten, Additive bilden eine unsichtbare Schutzschicht um die metallische Oberfläche, um das Bauteil während der Fertigung vor Korrosionsreaktionen zu schützen. Sie sind optimal für schwer zugängliche Stellen oder geschlossene Systeme.

Passiver Schutz
Der passive Korrosionsschutz sorgt für eine vollständige Trennung vom Werkstoff zum Korrosionsmedium. Diese Art ist für eine stabile Lagerung, sowie für einen sicheren, werkstoffgerechten Transport besonders wichtig. 
Möglichkeiten sind hier:

  • spezielle Öle und Wachse 
  • VCI-Verpackungen
  • Aluverbundverpackungen

Öle und Wachse bilden einen robusten Film auf der Bauteiloberfläche und schützen auf diese Weise gegen Feuchtigkeit und aggressive Medien.

VCI-Verpackungen erzeugen durch ihren Wirkstoff eine Schutzschicht im Inneren der Verpackung. Dieser verflüchtigt sich beim Öffnen sofort und erfordert keine nachgehende Teilereinigung.

Die Aluverbundverpackung ist eine maßgeschneiderte Kombination aus Trockenmittel und wasserdampfdichter Folie. Diese Variante ist nach DIN 55474 genormt und kontrollierbar. Sie ist daher besonders geeignet für Langzeitlagerung und Export.
 

Wie unterstützt IQ Fluids bei Korrosionsproblemen?

Welche Variante des Korrosionsschutzes die richtige für Sie ist, hängt von Ihrer Fertigung, dem Werkstoff, sowie Ihrem persönlichen Schutzziel ab. IQ Fluids unterstützt Sie gerne dabei, Ihre Prozesse zu analysieren und die Schlüsselpunkte zu identifizieren, die den Nährboden für Ihre Korrosionsprobleme bilden. Auf Basis Ihrer Prozesse und Ziele erstellen wir mit Ihnen zusammen Ihr persönliches Korrosionsschutzkonzept. Sie entscheiden: all unsere Lösungen sind flexibel auf Ihre Fertigung anpassbar und unsere Verpackungen bieten breite Möglichkeit der Individualisierung. 
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Korrosionsprobleme nachhaltig zu lösen.

Starten Sie noch heute!

Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches, kostenloses Erstgespräch oder informieren Sie sich auf unserer Homepage:
 

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