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KSS und Gesundheit – Risiken, Symptome und Schutzmaßnahmen
Kühlschmierstoffe (KSS) sind aus der zerspanenden Fertigung nicht wegzudenken – sie sorgen für Kühlung, Schmierung und stabile Prozesse. Gleichzeitig können sie jedoch bei falschem Umgang oder mangelnder Pflege ein Risiko darstellen. Hier gibt es viele Faktoren, denen Aufmerksamkeit geschenkt wird, um die Fertigung reibungslos am Laufen zu halten. Doch ein Aspekt wird oft unterschätzt: der Mitarbeiter.
Neben allen positiven Eigenschaften bieten Kühlschmierstoffe nämlich gleichzeitig ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko für die Arbeiter.
Um welche gesundheitlichen Risiken es sich dabei handelt und wie Sie die eigene Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter aktiv schützen können, erfahren Sie hier.
Gesundheitsrisiken durch KSS: Ursachen
Die am häufigsten vorkommenden Krankheiten im Umgang mit KSS sind Hauterkrankungen. Die Haut hat eine natürliche Regenerationszeit von 6-24 Stunden. Durch den regelmäßigen Kontakt mit reizenden Stoffen wie KSS wird diese Regenerationszeit verlängert und die Haut erheblich beansprucht.
Die klassischen Ursachen für Hautreizungen durch KSS sind:
- Häufiger, direkter Hautkontakt mit KSS
- Bakterien, Schmutz oder Partikel durch verschmutzten KSS
- Veränderung der KSS-Konzentration durch Verdunstung (veränderter pH-Wert, höherer Chemikalienanteil)
- Chemikalien im KSS (Konservierungsstoffe und Biozide)
- Bereits überbeanspruchte oder verletzte Haut aufgrund von Schnitten oder schlechter Hautpflege
Doch die Haut ist nicht das einzige Organ, das vom Umgang mit KSS beansprucht und gefährdet wird. Auch Augen und Atemwege können bei der Arbeit mit Kühlschmierstoffen geschädigt werden. Die Ursache hierfür sind gesundheitsschädliche Dämpfe und Aerosole. Diese können freiwerden durch:
- Vernebeln/Verspritzen des KSS bei der Bearbeitung (rotierende Werkstücke, Werkzeuge)
- Verdampfen des KSS an heißen Oberflächen (Werkstück, Werkzeug, etc.)
Besonders ein gekippter oder stark verunreinigter KSS erhöht das Gesundheitsrisiko also erheblich. Meist führen diese Ursachen nicht sofort zu schweren Erkrankungen – oft zeigen sich zunächst nur erste Symptome.
Symptome
Klassische erste Symptome für Probleme beim Umgang mit KSS in der Fertigung sind folgende:
Hautprobleme:
- Trockenheit
- Rötungen
- Bläschen
- Juckreiz
Augenreizungen:
- Brennen
- Rötung
- Tränenfluss
Atemwegsbeschwerden:
- Atemnot
- Kurzatmigkeit
- Reizungen der Schleimhäute in Nase und Rachen
All diese Symptome sind Warnsignale dafür, dass etwas an der Arbeitssituation verändert und verbessert werden muss, um langfristigen Gesundheitsproblemen rechtzeitig entgegenwirken zu können.
Gesundheitliche Risiken & Folgen
Gesundheitsprobleme durch Kühlschmierstoffe entstehen oft schleichend und werden im Arbeitsalltag häufig unterschätzt. Bei langanhaltendem Umgang mit KSS und Ignorieren erster Hautreizungen kann es allerdings zu verschiedenen Hauterkrankungen kommen, wie:
- Abnutzungsdermatose (rissige Haut)
- Ekzeme (irritativ, akut toxisch, allergisch)
Der Umgang mit Dämpfen und Aerosolen kann zu belastenden Atemwegs- und Augenbeschwerden führen, wie:
- Arbeitsplatzbedingtes Asthma
- Chronische Bronchitis
- Chronische Augenreizungen
Früh diagnostizierte Erkrankungen und die sofortige Behandlung derer können einen Übergang zu einer chronischen Belastung verhindern. Kommt es zu chronischen Erkrankungen, können diese sehr schmerzhaft sein, eine medikamentöse Behandlung erfordern und den Mitarbeiter unter Umständen zu einem Arbeitsplatzwechsel zwingen.
Achtung: Bei ungenügender Pflege und Wartung des KSS, kann es zu erhöhten Nitrit-Werten kommen. Als Folge können sich Nitrosamine bilden und freigesetzt werden, die als potenziell krebserzeugend eingestuft werden.
Folgen für die Mitarbeiter sind also erhebliche Gesundheitsrisiken. Folgen für das Unternehmen sind häufige Ausfälle aufgrund von Krankheiten, Mitarbeiterabwanderung und eine geringere Attraktivität des Arbeitsplatzes.
Schutzmaßnahmen & Vermeidung
Die genauen Anforderungen an den sicheren Umgang mit KSS sind unter anderem in der TRGS 611 geregelt. Zur Vorbeugung und Vermeidung gesundheitlicher Gefahren im Umgang mit KSS können zwei Gesichtspunkte betrachtet werden:
Technische Schutzmaßnahmen
Die eine Perspektive ist der Blick auf die technischen Rahmenbedingungen der Fertigung. Hier sind mögliche Schutzmaßnahmen:
- Geschlossene Maschinensysteme
- Absaug- und Filtersysteme zur Reduzierung von Aerosolen
- Hilfswerkzeuge wie Greifer oder Vorrichtungen, um direkten Teilekontakt zu vermeiden
- Automatisierung der KSS-Versorgung
- Nutzung eines milderen KSS-Produktes
- Umfassende Pflege und Wartung des KSS (Kontrolle, Dokumentation, etc.)
Persönliche Schutzmaßnahmen (Hautschutzplan)
Trotz all dieser technischen und organisatorischen Maßnahmen lässt sich ein direkter Kontakt mit dem KSS nicht gänzlich vermeiden. Somit ist die zweite Perspektive der Blick auf den Mitarbeiter selbst.
- Tragen von Handschuhen, wo möglich (niemals an rotierenden Maschinen)
- Verwendung von Hautschutzmitteln
- Vor der Arbeit: Schutzcreme
- Während der Arbeit: Handschutzmittel
- Nach der Arbeit: Reinigung und Hautpflege
Bei ersten Hautreaktionen sollte der Kontakt mit dem KSS sofort beendet und die Haut gereinigt werden. Der Mitarbeiter sollte den Betriebsarzt bzw. einen Dermatologen aufsuchen. Zudem sollte der Arbeitgeber informiert werden, um die Arbeitsbedingungen und verwendeten Produkte auf Qualität prüfen zu lassen.
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